Ich stand vor der Theke einer Fleischerei und betrachtete die Auslagen. Das Angebot interessierte mich nicht sonderlich, schließlich wusste ich, was ich wollte, aber vor mir warteten drei Leute, und ich hatte nichts Besseres zu tun. Plötzlich fragte eine der Verkäuferinnen: „Was darf's bei Ihnen sein?“
Überrascht blickte ich auf. "Äh, sechs Pfund Blutwurst bitte."
"Sind Sie sicher?"
"Ja, bin ich."
"Ein Pfund sind 500 Gramm."
"Ich weiß."
"Also sechs Pfund sind drei Kilo."
Ich nickte.
"Ist gut", murmelte die Verkäuferin. "Ich muss sehen, ob wir noch so viel ..." Ihr Satz verlor sich, während sie den Verkaufsraum verließ. Sie kam mit sieben großen Würsten wieder. Mit Leidensmiene fragte sie: "Geschnitten?"
Ich war versucht zu nicken, entschied mich jedoch für: "Nicht nötig, danke."
Sichtlich erleichtert schlug die Verkäuferin meine drei Kilogramm Blutwurst in Papier, steckte sie in eine Plastiktüte und reichte sie mir über den Tresen, nachdem ich gezahlt hatte. Als ich den Laden verließ, lief mir das Starren der Leute kalt den Rücken herunter.

Seitdem habe ich mich darauf verlegt, meinen Blutwursteinkauf nicht nur in einem einzigen Geschäft zu erledigen. So laufe ich durch die Stadt, von Fleischer zu Fleischer, um in einem Geschäft einige Scheiben Blutwurst, in einem anderen ein Glas Rotwurst und im nächsten Laden wiederum einen halben Ring Pfälzer Speckblutwurst zu kaufen. Alles in allem besuchte ich heute einen Supermarkt, zwei Tante-Emma-Läden und neun Fleischer. Ich weiß, man sollte nicht hungrig einkaufen gehen.
 


11/28/2013 3:17am

Die Ernährung erscheint mir doch ziemlich einseitig. Mir fallen nicht einmal viele Blutwurstrezepte ein. Dürfen Vampire eigentlich selbst Cocktails schlürfen?

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Anna
11/28/2013 9:57am

Dürfen sie. Oder ich sage mal: Können sie. Man wird sogar betrunken davon ;-)

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Anna
11/28/2013 10:00am

Beim Durchklicken meiner Blogroll sah ich gerade, dass es die Blutwurstrezept-Seite nicht mehr gibt. Schade.

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